15. Januar 2016 Norbert Hillinger

Frische Impulse aus dem Tal der Innovationen

Wir sehen PLAYROOM als eine Plattform für Innovationen im Unternehmen. Menschen sollen im PLAYROOM neue Impulse verarbeiten, sich austauschen, von einander lernen und auf einer ständigen Basis neue, radikale Innovationen entwickeln.

Wir möchten des Geist des Sillicon Valley in die Unternehmen bringen. Wie könnte man also das neue Jahr besser beginnen als mit einer Reise dorthin?

Nach einem Besuch der Consumer Electronics Show CES 2016 in Las Vegas nutzten wir die Chance für ein Update in Sachen Innovation. Der Weg führte uns nach San Francisco und in die Bay Area wo wir an drei Tagen insgesamt zehn Unternehmen besuchten um uns zum Thema Innovation auszutauschen.

Den Start machte am Montag das Bewertungsportal Yelp. Nach einem kurzen Rundgang im Headquarter sprachen wir mit unserem Gastgeber über die Herausforderungen, in einem stark umkämpften Markt auch als disruptiver Service bestehen zu können.

Der Weg führte uns anschließend weiter nach Mountain View, wo wir einen Blick hinter die Kulissen von Google werfen konnten. Besonders in Erinnerung blieb uns die Aussage, wonach Google von seinen Mitarbeitern als Teenager angesehen wird (was rein rechnerisch stimmt), in dessen Natur es liegt, mehr Fehler als jeder andere zu machen (…„nobody fails more often than we do“). Denn nur auf diese Weise kann echte Innovation entstehen. Ein weiterer, nicht unerheblicher Grund dafür, warum Google Innovation am laufenden Band liefert ist die hohe Transparenz im Unternehmen. Unter dem Motto „Thank God It’s Friday“ stehen die Geschäftsführer des Unternehmens allen Mitarbeitern wöchentlich eine Stunde für Fragen zur Verfügung und informieren über die neuesten Entwicklungen im Unternehmen. Ein Vorbild, wie man es nur äußerst selten in Europa zu sehen bekommt.

In unserem Gespräch mit einem der Lead UX-Designer bei Google erfuhren wir weiters von regelmäßigen Initiativen wie „Bring your Parents to Work“. Wie der Titel schon sagt, werden die Eltern der Mitarbeiter nach Mountain View eingeladen und anschließend in den Kreativprozess miteinbezogen. So werden sie mit einfachen Problemstellungen konfrontiert und angeregt, Lösungen dafür zu finden. Im Grunde genommen also genau das, wofür das Unternehmen bekannt ist.

Nach dem kurzen Ausflug ins Silicon Valley begegneten wir am ersten Tag noch zwei weiteren außergewöhnlichen Unternehmen in San Francisco. Kite bzw. sein Gründer Mark Silva hießen uns im Co-Workingspace WeWork willkommen zu einer Session in der wir über innovative Event-Formate im Silicon Valley erfuhren und über eine Partnerschaft für unsere Digital Library im Playroom sprachen. Hier möchten wir noch nicht zu viel verraten aber wir freuen uns darauf zukünftige auf mehreren Ebenen enger mit Mark und seinem Team zu kooperieren.

Zuletzt lauschten wir einer echten Erfolgsstory aus dem Silicon Valley. Tobias Knaup und sein Gründungspartner hatten sichere Jobs als Programmierer bei Twitter und Airbnb. Doch statt sich auf ihren Jobs auszuruhen gründeten sie das Unternehmen Mesosphere, das kurz gesagt eines der aktuell spannendsten Software bzw. Cloud-Start-Ups in der Bay Area ist. Der bekannte Venture Capitalist Andreesen Horrowitz investierte einen zweistelligen Millionenbetrag in das junge Unternehmen wodurch innerhalb weniger Monate aus einer ehemals Zwei-Mann-Bude ein Unternehmen mit 120 Mitarbeitern wurde, das für Großkonzerne wie Apple arbeitet und stark im Wachsen begriffen ist. Besonders in Erinnerung geblieben sind uns Tobias Worte: „Software Is Eating the World“, ein Hinweis, den er selbst von seinem Investor bekommen hat.

Alle Meetings haben uns gezeigt, dass es bei großen Ideen vor allem um zwei Aspekte geht. Löse ein möglichst bekanntes Problem mit deinem Unternehmen oder Produkt und sprich so früh wie möglich mit so vielen Leuten wie möglich darüber. Nur so können frühzeitig Lösungen für real existierende Probleme entwickelt werden und wirklich nützliche Features eingebaut werden.

Der zweite Tag der Reise führte uns zu Beginn zu Facbeook in Menlo Park. Wir bekamen einen kurzen Einblick in den weltweit wohl größten Playroom. Egal ob Wood Shop, Art Shop oder Burning Man Zone, Arbeiten beim blauen Riesen bedeutet bei weitem nicht nur Programmieren sondern soll möglichst alle Lebensbereiche abdecken. Unser Ansprechpartner verriet uns, dass er nicht selten 12 Stunden und mehr am Campus verbringt. Kein Wunder also, dass Facebook eine möglichst angenehme Atmosphäre für seine Kollegen schaffen möchte. Der Arbeitsplatz an sich ist absolut flexibel gestaltet. Im wohl größten Großraumbüro der Welt arbeiten über 2000 Mitarbeiter an verschiedenen Tischen. Jeder Mitarbeiter kann theoretisch an jedem Arbeitsplatz seiner Tätigkeit nachgehen. Besonders beeindruckend ist dabei erneut die Transparenz der Geschäftsführung. Mark Zuckerberg sitzt mitten im Raum und ist somit für jeden Mitarbeiter zu jeder Zeit ansprechbar.

Zugegeben etwas überrascht von den vielen positiven Eindrücken die das weltweit größte Social Network bei uns hinterlassen hat, fuhren wir weiter nach Mountain View um dort Abra zu treffen, das nach eigenen Angaben das „WhatsApp für Cash“ ist. Im Miethaus in Mountain View Downtown sprachen wir bei ausgezogenen Schuhen über den rasanten Start des Unternehmens (diverse prominente Investoren, darunter American Express unterstützen das Unternehmen), die Herausforderung bei der Entwicklung eines disruptiven Services und Expansionspläne von Abra.

Das Silicon Valley wäre nicht das Silicon Valley, hätte uns nicht auf der Fahr zum nächsten Termin ein Google Self Driving Car überholt. Ein merkwürdiger Moment, wenn einen die Zukunft schließlich einholt…

Obwohl das Credo der Stunde im Silicon Valley „Software First“ heißt (siehe Mesosphere), tummeln sich auch jede Menge Hardware Unternehmen im Tal. Man muss allerdings genau hinschauen um das Unternehmen MemoMi in Palo Alto zu finden. Der israelisch-argentinische Gründer Salvador Nissi Vilcovsky zeigte uns seinen interaktiven Spiegel, der nicht nur in erstaunlicher Qualität Farben und Muster der getragenen Kleidung in Echtzeit ändert sondern auch die Aufnahme von Filmen und das Teilen der Bilder und Videos in Social Networks erlaubt. Retailer aus verschiedenen Branchen könnten so den Schritt in die nächste Generation des Point of Sale machen.

Der letzte Tag führte uns zurück nach San Francisco. Ein früher Besuch bei unseren Freunden von Galvanize zeigte uns, wie Co-Working in Zukunft aussehen könnte. Jede Menge frische Impulse für die Gestaltung inspirierender Arbeitsplätze prasselten auf uns ein und werden schon bald direkt in den Playroom überführt.

Der Besuch bei ODG, einem führenden Unternehmen für Augmented Reality Hardware klärte uns schließlich über die Tatsache auf, dass AR trotz einiger Zeit auf dem Markt, nun eine völlig neue Qualität erreicht hat. ODG ist eigentlich als Unternehmen gestartet, dass Hardware für das amerikanische Militär herstellte. Seit 2015 gibt es auch Brillen für private Unternehmen und der nächste große Schritt soll in Richtung Consumer-Produkt gehen. Wir durften die Brillen testen und sind überzeugt davon, dass diese Geräte in den kommenden Jahren einen großen Boom erleben werden.

Das letzte Meeting der Reise führte uns zu Noah Karesh von Feastly. Beim Gespräch mit Ihm diskutierten wir über die unterschiedlichen Ansätze und Herausforderungen für Unternehmen in der Sharing Economy wie zum Beispiel den Auf- und Ausbau eines Markplatzes und die Notwendigkeit der permanenten Stimulation von Angebot und Nachfrage .

Apropos Stimulation: Nach einer Woche im Valley passiert etwas im Kopf. Man beginnt, gewisse Dinge anders zu sehen, mehr zu hinterfragen. Die Geschwindigkeit, mit der Entscheidungen hier getroffen werden, die Dimensionen, in denen gedacht wird, mit der Deals abgeschlossen werden. Kein Gedanke ist zu groß. The sky ist the limit. Nicht alles ist positiv, aber vieles ist beeindruckend und sollte uns zu denken geben. Hier wird die Welt verändert, jeden Tag und das ist absolut gewollt.

Der PLAYROOM ist in diesem Geist entstanden und wir haben uns zum Ziel gesetzt, unsere Erkenntnisse mit unseren Kunden und Partnern zu teilen. Im Sillicon Valley redet jeder mit jedem. Nicht lange, fast alle Meetings sind auf 30 Minuten sharp angesetzt. Aber man will miteinander reden, voneinander lernen, Ideen austauschen.

In diesem Sinne: Kontaktieren Sie uns gerne für ein Gespräch!

Hier einige Impressionen von der Reise.

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